Verarbeitung von KLB-Plansteinen

Hinweise für schnelles und wirtschaftliches Verarbeiten
Verarbeitung von KLB-Plansteinen

KLB-Plansteinmauerwerk ist die logische Folge der immer exakteren KLB-Fertigungsmethoden, die es erlauben planparallele 12,4 cm oder 24,9 cm hohe Steine herzustellen. In Verbindung mit einem Dünnbettmörtelauftrag von nur 1 mm kann so ein Höhenrichtmaß von 12,5 cm bzw. 25,0 cm eingehalten werden. Alle Steine des KLB-Plansteinprogramms werden im Herstellwerk so exakt hergestellt oder auf der Seite der Aufstandsfläche geschliffen, sodass die Höhentoleranzen der Steine maximal ± 1 mm betragen.

Ergänzt werden die verschiedenen normalformatigen Planblöcke durch kleinformatige KLB-Vollsteine, die ebenfalls nur mit Dünnbettmörtel verarbeitet werden. Selbst auf Anschlagsteine oder Erkersteine muss beim KLB-Plansteinprogramm nicht verzichtet werden. Jeder Stein dieses Programms ist nach dem oktametrischen System aufgebaut und planparallel hergestellt worden.

Verarbeitet werden die KLB-Plansteine mit dem für diese Steine speziell entwickelten und darauf abgestimmten KLB-Dünnbettmörtel. Die Vermörtelung mit KLB-Dünnbettmörtel hat gegenüber herkömmlichen Mörteln eine Reihe entscheidender Vorteile, wie z. B.:

  • schnelles und wirtschaftliches Verarbeiten
  • geringerer Mörtelbedarf als bei Normalmörtelauftrag
  • Festigkeiten wie bei Mauerwerk mit Normalmörtel der Mörtelgruppe MG III
  • keine Wärme- oder Schallbrücken
  • güteüberwachter Werktrockenmörtel mit gleichbleibender Qualität
  • gemeinsame Lieferung des Mörtels mit den Plansteinen

Die Dünnbettmörtelschicht wird mittels eines Dünnbett-Mörtelschlitten gleichmäßig auf die gesamte Länge der ersten Steinschicht aufgebracht. Die erste Lage ist zuvor in Leichtmörtel lot- und waagerecht zu vermauern. Danach werden die blockformatigen KLB-Plansteine in Reihenverlegung knirsch, eng an eng - Stoßfugenverzahnung in Stoßfugenverzahnun - auf das Dünnbettmörtelbett versetzt. Die Schlitze oder Kammern der Steine befinden sich beim Versetzen unten und schließen so die wärmedämmende Luft in den Hohlräumen ein. Die Steine sind dabei nicht auf dem Dünnbettmörtel in die Verzahnung zu schieben sondern sollen von oben in der Verzahnung herab gleiten. Der mit Nut- und Feder-Labyrinthverzahnung versehene Stoßfugenbereich der großformatigen Steine bleibt unvermörtelt.

Die großformatigen Steine haben diagonal versetzte Daumenlöcher zum leichteren Hantieren beim Verarbeiten per Hand, und in Steinachse beidseitig im Stoßfugenbereich Aussparungen um sie auch maschinell zu versetzen; dabei können gleichzeitig mehrere Steine in einem Arbeitsgang versetzt werden. Die kleinformatigen Vollsteine werden als Einzelsteine verarbeitet und erhalten einen Dünnbettmörtelauftrag auf Lager- und Stoßfuge mit einer Zahnkelle. Die Stoßfuge ist auch beim Ansetzen von geschnittenen Blöcken oder beim Stumpfstoß mit Dünnbettmörtel zu „verkleben".

Die folgenden Kurztexte und Bilder zeigen die Verarbeitung im Einzelnen.

Ecken anlegen

Zum lot- und waagerechten Ausrichten der 1. Schicht im Mörtelbett sowie Verarbeitung der Steine im Dünnbettverfahren sind Gummihammer und Wasserwaage ständiges Werkzeug für die Mauerarbeiten.

Gummihammer und Wasserwaage
Gummihammer und Wasserwaage

Gummihammer und Wasserwaage

Genaues Einmessen (Höhennivellement), Ausrichten und exaktes Anlegen der Steine von Ecke zu Ecke erspart späteren Ärger.

Ecken anlegen
Ecken anlegen

Lot- und waagerecht im Mörtelbett ausrichten

Das Anlegen der untersten Schicht (Kimmschicht) erfolgt auf einem Dickbettmörtelbett aus Leicht- oder Normalmörtel der entsprechend den bauphysikalischen und statischen Anforderungen.  Die Ausrichtung setzt voraus, dass die Ecken laut Planvorgabe angesetzt werden. Ebenso sollten Türöffnungen, Wandanbindungen etc. vorab auf der Boden- bzw. Deckenplatte markiert werden.

Grifflöcher

Zum leichteren Hantieren beim Verarbeiten per Hand haben die großformatigen KLB-Blöcke diagonal versetzte Grifflöcher und für die Verarbeitung mittels Minikran (2 - 4 Steine in einem Arbeitsgang) Versetznuten.

Die mörtelfreien Stoßfugen ermöglichen ein schnelles Versetzen der Steine. KLB-Plansteine werden mörtelfrei aneinander gereiht. Dabei werden die Steine von oben, in der Nut- und Federausbildung des bereits versetzten Steins gleitend, auf das Mörtelbett herab gesetzt.

Dünnbettmörtel

Das Anrühren erfolgt mittels Rührwerk mit Quirleinsatz. Nachdem rundum die 1. Schicht gesetzt ist, beginnt nun die eigentliche Plansteinverarbeitung mit dem Dünnbettmörtel, der einen schnellen Baufortschritt garantiert. Das Anrühren des als Werktrockenmörtel gelieferten Dünnbettmörtels erfolgt nach Herstellerangaben (Sackaufschrift und Verarbeitungshinweise).

Dünnbettmörtel
Dünnbettmörtel

Mörtelschlitten

Zum Auftragen des KLB-Dünnbettmörtels wird ein KLB-Mörtelschlitten für die entsprechende Wanddicke benutzt. Die Zahnleiste ist speziell auf den Mörtel und die Dicke des Mörtelauftrages für das Mauerwerk abgestimmt.

Mörtelschlitten

Leibungen

Nach schnellen drei bzw. vier Schichten hat man in der Regel die Brüstungshöhe für die Fenster erreicht. Mit den in jeder Steinlage befindlichen teilbaren Endsteinen werden glatte Leibungen oder Außenecken gemauert.

Leibungen
Leibungen

Flachstahlanker

Für die Stumpfstoßtechnik im Bereich der geplanten, abgehenden Innenwände an den aufgehenden Außenwänden sind Flachstahlanker nach statischen Erfordernissen einzulegen. Die Anker werden zum Schutz vor Verletzungen nach unten bzw. nach oben gebogen, solange die Innenwände nicht gemauert werden.

Flachstahlanker