Putz auf KLB-Mauerwerk

Ein hervorragender Putzträger ohne viele Vorarbeiten
Mineralische Putzsysteme
Mineralische Putzsysteme

KLB-Mauerwerk ist ein hervorragender Putzträger, weil es aufgrund der rauen Oberfläche einen besonders guten Haftverbund zwischen Putz und Mauerwerk ermöglicht und nicht kapillar saugend ist. Putzbewehrungen, Grundierungen und Spritzbewurf sind nicht erforderlich. Das KLB-Mauerwerk ist vor dem Verputzen vor Nässe und Verschmutzung zu schützen. Grundvoraussetzung für einen funktionsfähigen, rissefreien Putz ist eine handwerklich einwandfreie Verarbeitung der KLB-Wandbaustoffe und des Putzes.

Im Stoßfugenbereich darf kein Zwischenraum verbleiben. Tolerierbar ist maximal ein Zwischenraum von ≤ 5 mm. Entstehen dennoch einzelne Zwischenräume > 5 mm, müssen diese direkt beim Mauern mit Mörtel verschlossen werden. Das Gleiche gilt für Verzahnungen an Wandecken, Wandenden oder Einbindungen. Wurde dies versäumt, sind die Fugen und Fehlstellen vor dem Verputzen nachträglich mit dem geeigneten Mörtel unter Beachtung der erforderlichen Standzeiten zu schließen.

Der Putzaufbau auf KLB-Wänden erfordert keine Besonderheiten, es kann nach den konventionellen Putzregeln verfahren werden. Die marktgängigen Putzsysteme erfüllen in ihrer Gesamtheit die Anforderungen an den Putz. Für wärmedämmendes Mauerwerk sind Putze zu verwenden, die hinsichtlich ihrer Festigkeit und ihres Verformungsverhaltens geeignet sind; z.B. Leichtputze nach DIN 18550-4, Wärmedämmputze nach DIN 18550-3 oder mit bauaufsichtlicher Zulassung. Leicht- und Wärmedämmputze müssen wasserabweisend sein um einen dauerhaften Schlagregenschutz auch bei extremer Beanspruchung zu gewährleisten.

Mittlere Putzdicke bei

mehrlagigen Putzen (Unterputz und Oberputz)

≥ 20 mm

einlagigen wasserabweisenden Putzen

≥ 15 mm

Wärmedämmputzsysteme

Unterputz

≥ 20 mm bis ≤ 100 mm

nach DIN V 18 550

Oberputz

8 mm

Ausgleichsputz falls erforderlich

≥ 4 mm

Putzart

Besondere Anforderung / Bemerkungen

Zweilagige Ausführung

Einlagige Ausführung

Unterputz

Oberputz

Einlagenputz

Mörtel-
gruppe1)

Druck-festigkeit2)

Mörtel-gruppe1)

Druck-festigkeit2)

Mörtel-gruppe1)

Druck-festigkeit2)

Kellerwand-Außenputz

dient als Träger der vertikalen Abdichtung

-

-

P II

CS IV

-

-

Außen-Sockelputz

wasserabweisend

P II

CS IV
CS III 6)

P II

CS II

P II

CS II

Außenwandputz

Leichtputz (TYP I / Typ II 5) wasserabweisendes Putzsystem

-

-

P I

CS I 4)

P II

CS I

-

-

P II

CS II

P II

CS II

P I

CS I

P II

CS II

P II

CS II

Wärmedämm-Putzsystem wasserabweisend

P I

CS I

P I

CS I 4)

nicht als Einlagen-Putz möglich

Normalputz ohne bes. Anforderung

-

-

P I

CS I

P I

CS I

P I

CS I

P I

CS I

P II

CS II

P II

Tabellenerläuterungen

  1. Mörtelgruppe gemäß DIN V 18550
  2. Druckfestigkeitskategorie gemäß DIN EN 998-1 
  3. Oberputz-Leichtputze mit organischer Gesteinskörnung mit porigem Gefüge sind außen nur als Unterputze zu verwenden
  4. Oberputzdicke maximal 5 mm oder nach Herstellerangabe
  5. Leichtputze vom Typ II werden auch unter der Bezeichnung Faser-, Ultra- oder Superleichtputze angeboten
  6. auf leichteren und weicheren Wandbaustoffen SFK ≤ 8

Vor der Entscheidung, einen Wärmedämmputz zu verwenden, sollte grundsätzlich geprüft werden, ob nicht durch einen besseren U-Wert des Mauerwerks, z. B. KLB-Plan-Blöcke mit integrierter Dämmung (Wanddicke 36,5 cm, Wärmeleitzahl λ0,08, U-Wert 0,21 W/m²K) gleichzeitig geringere Kosten für das gesamte Wandsystem erreicht werden können. Außenputzsysteme aus mineralisch gebundenen Mörteln sorgen dafür, dass Niederschlagsfeuchte schnell wieder abtrocknet. Haarrisse im Außenputz bis zu einer Rissbreite von ≤ 0,2 mm bzw. ≤ 0,3 mm beeinträchtigen die Funktion nicht.

Leichtputze nach DIN 18550-4, insbesondere mineralische Faser-Leichtputze, sind für KLB-Wandbaustoffe der Wärmeleitfähigkeit ≤ 0,13 W/mK besonders geeignet. Die Festigkeit und das Verformungsverhalten (E-Modul) dieser Leichtputze sind auf die Festigkeit und das Verformungsverhalten des Mauerwerks eingestellt. Je niedriger der E-Modul, umso elastischer ist der Putz.

Putzbewehrung bei Brüstungen
Putzbewehrung bei Brüstungen
Putzbewehrung bei Rolläden
Putzbewehrung bei Rolläden

Vor Beginn des Putzens ist im Zuge der Prüf- und Hinweispflicht eine Putzgrundprüfung durchzuführen. Es ist darauf zu achten, dass die Überbindemaße eingehalten sind und Fehlstellen und Fugen ≥ 5 mm geschlossen wurden. Der Putzgrund muss frei von losen Bestandteilen, tragfähig und trocken sein. In der kalten Jahreszeit darf die Temperatur des Putzgrundes +5 °C nicht unterschreiten. Auf sichtbar durchfeuchtete Wandteile darf nicht geputzt werden. Lose anhaftende Ausblühungen müssen trocken entfernt werden (abbürsten). Beschädigte Mauerwerksoberflächen (mechanische Einwirkungen) sind wie Fehlstellen durch vorheriges Vermörteln mit KLB-Leichtmörtel zu schließen.

Bei heißer Witterung hat sich das mehrschichtige Aufbringen des Unterputzes bewährt. Die Standzeit zwischen dem Aufbringen des Unterputzes und dem Aufbringen des Oberputzes beträgt bei mineralischen Leichtputzen im Allgemeinen einen Tag je mm Putzdicke. Bei Wärmedämmputzen ist ein Tag je 10 mm Putzdicke, mindestens jedoch 7 Tage als Standzeit einzuhalten.

Für das Überputzen von eingelegten Wärmedämmstoffen zur Vermeidung von Wärmebrücken sind die einschlägigen Verarbeitungsrichtlinien zu beachten. Putzrisse im Anschlussbereich von Tür- und Fensteröffnungen haben häufig ihren Ursprung in der zwangsläufig unterschiedlichen Verformung unterschiedlich belasteter Wandabschnitte, aber auch häufig in der dynamischen Beanspruchung von Fenstern, Türen und Rollladenkästen. Sie sind aus statischer und bauphysikalischer Sicht meist unbedenklich, beeinträchtigen aber das optische Erscheinungsbild.

Das Aufbringen von Armierungsgewebe ist ein wirksames Mittel, Putzrisse in Anschlussbereichen zu vermeiden. Die Putzbewehrung (Glasfasergewebematten) ist in der Regel in die obere Hälfte oder das obere Drittel des Unterputzes einzubetten. Es darf nicht auf dem Mauerwerk befestigt (genagelt) und dann verputzt werden. Bei Wärmedämmputzsystemen mit einem Ausgleichsputz wird das Bewehrungsgewebe in diesen eingebettet. Bei nachträglich zwischengemauerten Bauteilen kann eine Armierung des Unterputzes Abrisse zwischen den verschiedenen Bauteilen wirksam verhindern.

Wegen der Verformungsunterschiede ist im Bereich der Verlängerung der Leibung nur diagonal eingelegtes Gewebe (unter 45° zur Lagerfugenrichtung) zur Aufnahme der Scherkräfte wirksam. Armierungsgewebe im Unterputz bei Leichtputzen bedürfen einer größeren Überdeckungsbreite/Verankerungslänge, sicher sind etwa 50 cm. Der Anschluss an andere Bauteile, wie Gesimse, Fensterbänke, Fensterrahmen usw., erfolgt mit geeigneten Dehnfugen- oder Anschlussprofilen.

Die guten Diffusionseigenschaften des KLB-Mauerwerks können nur wirksam werden, wenn keine diffusionshemmenden oder gar diffusionsdichten Anstriche aufgebracht werden. Zu dichte Anstriche, z. B. acrylharzhaltige Mittel, wirken als Dampfsperre. Sie führen zu Feuchteschäden und Rissen im Putz, zum Abblättern des Anstrichs, aber auch häufig zu Fäulnis und Schimmelbildung in den Innenräumen.

Bei Verwendung einlagiger Innenputze aus Werktrockenmörtel ist eine mittlere Dicke von mindestens 10 mm einzuhalten, bei anderen Putzen mindestens 15 mm. Gipsputze dürfen nicht in gewerblichen Feucht- und Nassräumen eingesetzt werden. DIN 18550 klammert Küchen und Bäder in Wohnungen dabei aus, doch sollten diese Putzflächen vor dem Verfliesen mit einem marktüblichen Oberflächenverfestiger gestrichen werden.

Mittlere Putzdicke bei

mehrlagigen Putzen (Unterputz und Oberputz)

≥15 mm

einlagigen Putzen aus Werk-Trockenmörtel

≥10 mm

Anforderungen bzw. Putzanwendung

Geeignete Putzsysteme1)

Übliche Beanspruchung2)

Ein- und mehrlagige Putzsysteme der Mörtelgruppen

P I

Leichtputz, Kalk- oder Kalkzementmörtel - Druckfestigkeit3) CS I

P II

Leichtputz, Kalk- oder Kalkzementmörtel - Druckfestigkeit3) CS II

P IV

Gips- oder Gipskalkmörtel - Druckfestigkeit ≤ 2,0 N/mm²

Erhöhte Abriebfestigkeit
(z. B. Treppenhäuser, Flure, öffentl. Gebäude etc.)

Ein- und mehrlagige Putzsysteme der Mörtelgruppen

P II

Leichtputz, Kalk- oder Kalkzementmörtel - Druckfestigkeit3) CS II

P IV

Gips- oder Gipskalkmörtel - Druckfestigkeit ≤ 2,0 N/mm²

Feuchträume

Es kommen die gleichen Putzsysteme zur Anwendung wie bei Außenwänden.

Tabellenerläuterungen

  1. Mörtelgruppen gemäß DIN V 18 550
  2. Schließt die Anwendung in häuslichen Küchen und Bädern bei üblicher Beanspruchung mit ein
  3. Druckfestigkeitskategorie gemäß DIN EN 998-1