Bauen im Bestand

Sanierung, Instandsetzung, Ausbau und Umnutzung

1. Die Aufgabe

Die Nutzung eines Gebäudes ist während seiner Lebensdauer vielfältigen Änderungen unterworfen. Es macht dabei keinen Unterschied, ob es sich um ein Reihenhaus mit ausgereiztem Grundriss, um übliche Büro-, Verwaltungs- und Gewerbebauten  oder um großzügig gestaltete Wohngebäude handelt. Da sind kleine Räume zu vergrößern und umgekehrt große Räume zu unterteilen, neue Tür- und Fensteröffnungen werden geschaffen und alte geschlossen. Im Wohnungsbau entsteht häufig der Wunsch, nachträglich zusätzliche Räume für Kinder, Hobby, Arbeit, Hausarbeit, Gäste sowie Bad/WC zu schaffen. Der Ausbau von Keller- und Dachgeschoss bietet sich hierfür an. Ältere Wohngebäude entsprechen häufig nicht mehr den heutigen Anforderungen an Wohnungsgröße und Raumaufteilung.

Bei allen diesen Maßnahmen werden Wände erforderlich, die zweckmäßigerweise massiv hergestellt werden.

2. Die Anforderungen

Unabhängig von der Bauart werden in DIN 4103-1 Anforderungen gestellt, um die Stabilität der Wände bei nutzungsbedingten Beanspruchungen zu gewährleisten. Dies sind übliche Stoß- und Konsollasten. Nichttragende innere Trennwände erhalten ihre Standsicherheit durch die Befestigung an angrenzenden Bauteilen.

In der statischen Berechnung wird üblicherweise bei der Bemessung der Geschossdecken ein Zuschlag für nichttragende innere Trennwände berücksichtigt. Hierdurch ist das Gewicht der Trennwände begrenzt, sie sollen möglichst leicht sein. Andererseits sollen die Wände auch möglichst dünn sein, damit kein kostbarer Wohnraum verloren geht. Selbstverständlich wird erwartet, dass an beliebiger Stelle der Wand nicht nur ein Bild oder Spiegel sondern auch ein Hängeschrank befestigt werden kann.

In bauphysikalischer Hinsicht ist der Wärmeschutz mit Ausnahme von Abseitenwänden und bei Änderungen an Außenwänden in der Regel ohne größere Bedeutung. Bei erhöhten Anforderungen an den Schallschutz werden auch an nichttragende innere Trennwände Ansprüche gestellt. Gegebenenfalls sind auch Forderungen des Brandschutzes zu berücksichtigen. Hier wirkt sich positiv aus, dass die KLB-Baustoffe nicht-brennbar (Baustoffklasse A) sind und eine hohe Feuerwiderstandsdauer haben.

Die Herstellung der Wände selber soll möglichst einfach und wenig zeitintensiv sein. Rationelle Bauverfahren wie die mörtelfrei verzahnte Stoßfuge und die Verarbeitung mit Dünnbettmörtel werden deshalb bevorzugt angewendet.

Schließlich muss die Wandoberfläche einen guten Putzgrund abgeben. Dies wird durch die haufwerksporige Struktur der KLB-Steine gewährleistet. Beliebig gestaltete Putzflächen und selbstverständlich auch Fliesen finden auf KLB-Mauerwerk einen sicheren Untergrund.

Beim Bauen im Bestand ist zu berücksichtigen, dass die Verformungen der tragenden Substanz aus Schwinden und Kriechen längst abgeschlossen sind. Mit Deckendurchbiegungen oder Zwängungen muss deshalb nicht mehr gerechnet werden. Zu beachten ist jedoch demgegenüber, dass die neuen Bauteile von der Herstellfeuchte bis auf die Gleichgewichtsfeuchte austrocknen und sich dabei geringfügig verkürzen. Alle Anschlüsse sind deshalb möglichst elastisch auszuführen.

3. Die Produkte

Verwendete Abkürzungen und Symbole:

b

Steinbreite (= Wanddicke)

F

Dünnformat

F

Feuerwiderstand (α2) bei beidseitig verputzten Wänden

g

Steingewicht im lufttrockenen Zustand

h

Steinhöhe

H

Wandhöhe

l

Steinlänge

L

Wandlänge

n

Anzahl der Steine je Längen- oder Flächeneinheit

N+F

mörtelfreie Nut- und Federverzahnung der Stoßfuge

R'w

bewertetes Schalldämm-Maß bei beidseitig verputzten Wänden

t

Verarbeitungszeit bei rationell eingerichteter Baustelle und bei vollem Mauerwerk (= Mauerwerk ohne Öffnungen)

uvm

mörtelfrei verzahnte Stoßfuge (unvermörtelt)

vm

Stoßfuge vermörtelt

ßD

Mindestwert der mittleren Steindruckfestigkeit

λ

Wärmeleitfähigkeit (Bemessungswert)

ρ

Rohdichteklasse

3.1 Verarbeitung mit KLB-Dünnbettmörtel

Zum Ausgleich von Unebenheiten des tragenden Untergrundes werden Kimmsteine mit einer ca. 12 mm dicken Lagerfuge aus mindestens Mörtel der Gruppe IIa planeben ausgerichtet versetzt. Nach Verfestigung des Mörtels können 8 DF Plan-Hohlwandplatten oder 8 DF Plan-Vollsteine mit KLB-Dünnbettmörtel verarbeitet werden. Die kleinformatigen 2 DF Vollsteine dienen als Deckenabmauerung und als Ergänzungssteine im Leibungsbereich.

Kimmsteine

Plan-Hohlwandplatten

Plan-Vollsteine

Format

DF

6

8 N+F

8 N+F

2

2

l

mm

747

497

497

240

240

b

mm

115

115

115

115

115

h

mm

115

248

248

123

123

βD

N/mm2

5,0

2,5

2,5

2,5

5,0

ρ

kg/dm3

0,7

1,0

1,0

0,6

0,8

g

kg/St

9,5

16

16,1

2,6

3,2

n

St

1,3/m2

8 m2

8 m2

32 m2

32 m2

t

h/m2

-

0,44

0,44

0,60

0,60

λ

W/mK

-

0,27

0,27

0,14

0,21

R'w

dB

-

41

41

37

39

F

-

-

F-90A

F-180A

F-180A

F-180A

3.2 Ergänzungsprodukte

KLB-Flachstürze und KLB-Stürze, tragend

Sie eignen sich nicht nur zur Überbrückung von Tür- und Fensteröffnungen sondern wegen ihrer Bewehrung auch als lastverteilendes Auflager für nichttragende innere Trennwände bei Decken ohne ausreichende Querverteilung der Lasten. Sie werden bei einer Breite von 11,5 cm in Längen von 2,00 und 3,25 m hergestellt.

KLB-Deko-Steine

Mit den 5 cm dicken KLB-Deko-Steinen können grundsätzlich auch nichttragende innere Trennwände hergestellt werden. Bevorzugtes Anwendungsgebiet ist jedoch die Bekleidung raumseitiger Wandoberflächen. KLB-Deko-Steine:

  • schaffen optisch eine edle, praktisch wartungsfreie Wandoberfläche,
  • verbessern den Schallschutz und die Raumakustik
  • tragen zum Wärmeschutz bei,
  • wirken als Puffer für die Raumfeuchte,
  • und sind einschließlich Mörtel nicht brennbar (Baustoffklasse A1).

Sie bestehen aus haufwerksporigem Leichtbeton, wie er in DIN 18152 geregelt ist. Die Steine gehören der Rohdichteklasse 0,6 und Festigkeitsklasse 2 an und werden in den nachfolgend angegebenen Abmessungen hergestellt. Entsprechend dem oktametrischen Raster nach DIN 4172 liegt die Fugenbreite bei 10 bis 12 mm.

Abmessungen der KLB-Deko-Steine

Format

0,5 DF

DF

1,5 DF

2,5 DF

3 DF

Länge

mm

240

240

240

300

365

Breite

mm

71

113

175

240

240

Dicke

mm

50

50

50

50

50

3.3 Verarbeitung mit KLB-Leichtmörtel

Es mag zunächst überraschen, dass bei Innenwänden Leichtmörtel verwendet werden soll. Dabei ist jedoch zu beachten, dass das Berechnungsgewicht des Mauerwerks wie auch bei Mauerwerk mit Dünnbettmörtel 1 kN/m³ geringer ist als bei Mauerwerk mit Normalmörtel.

Wanddicke < 115 mm

An die 6 cm dicken Wandbauplatten werden entsprechend DIN 18162 Anforderungen an die Biegezugfestigkeit gestellt. Sie muss mindestens 1 N/mm² betragen.

9,5 cm dicke Wände können aus den 6,8 DF Vollsteinen hergestellt werden. Die kleinformatigen 1,7 DF Vollsteine dienen dabei als Deckenabmauerung und als Ergänzungssteine im Leibungsbereich.

Wandbauplatten

Vollsteine

Format

DF

-

6,8

1,7

l

mm

990

490

240

b

mm

60

95

95

h

mm

320

240

113

βD

N/mm2

-

2,5

2,5

ρ

kg/dm3

1,0

1,0

1,0

g

kg/St

22,8

12,8

3,1

n

St

3/m2

8/m2

32/m2

t

h/m2

0,45

0,60

λ

W/mK

0,27

0,27

0,27

R'w

dB

-

28

38

F

-

F 90-A

F 120-A

F 120-A

Wanddicke 115 mm

Bei größeren Unebenheiten der Decke kann rationell der Kimmstein auch hier eingesetzt werden. Auf diese Schicht werden 8 DF Hohlwandplatten oder 8 DF Plan-Vollsteine mit Leichtmörtel gesetzt. Die kleinformatigen 2 DF Vollsteine dienen als Deckenabmauerung und als Ergänzungssteine im Leibungsbereich.

Kimmsteine

Hohlwandplatte

Vollsteine

Format

DF

6

8 N+F

8

8

8 N+F

2

2

l

mm

747

497

490

490

497

240

240

b

mm

115

115

115

115

115

115

115

h

mm

115

248

240

240

248

123

123

βD

N/mm2

5,0

2,5

2,5

5,0

2,5

2,5

5,0

ρ

kg/dm3

0,7

1,0

0,6

1,0

1,0

0,6

0,8

g

kg/St

9,5

16

9,7

15,5

16,1

2,6

3,2

n

St

1,3/m2

8/m2

8/m2

8/m2

8/m2

32/m2

32/m2

t

h/m2

-

0,44

0,50

0,50

0,44

0,60

0,60

λ

W/mK

-

0,27

0,15

0,27

0,27

0,14

0,21

R'w

dB

-

41

37

41

41

37

39

F

-

-

F 180-A

F 180-A

F 180-A

F 180-A

F 180-A

F 180-A

4. Die Technik

 

4.1 Nichttragende innere Trennwände

Bei der statischen Berechnung der Decken wird neben dem Eigengewicht die Nutzlast berücksichtigt. Beim Bauen im Bestand ist zu prüfen, ob eine Decke ohne oder mit ausreichender Querverteilung der Lasten vorhanden ist. Es ist ferner zu prüfen, ob beim Ansatz der Nutzlast ein gleichmäßig verteilter Zuschlag für nichttragende innere Trennwände berücksichtigt wurde.

Wenn das Gewicht leichter Trennwände einschließlich Putz ≤ 5 kN/m beträgt, darf ein gleichmäßig verteilter Zuschlag zur Nutzlast angenommen werden. Eine Trennwand kann dann an beliebiger Stelle auf der Decke angeordnet werden. Dies gilt auch, wenn die rechnerische Nutzlast ≥ 5 kN/m2 beträgt. Leichte Trennwände mit einem Gewicht ≤ 3 kN/m dürfen auch parallel zu Balken von Decken ohne ausreichende Querverteilung angeordnet werden, wenn ein Zuschlag für die Nutzlast berücksichtigt ist. Bei Trennwänden auf Decken ohne ausreichende Querverteilung, die quer zur Spannrichtung der Decke aufgestellt werden sollen, wird zur Lastverteilung zweckmäßigerweise am Wandfuß ein Flachsturz angeordnet.

Trennwandlast bezogen auf die Wandlänge

Trennwandzuschlag bei der Nutzlast

kN/m

kN/m2

≤ 3

0,8

> 3 und ≤ 5

1,2

Bei Nutzlasten ≥ 5 kN/m2 kann der Trennwandzuschlag entfallen.

Trennwandzuschlag nach DIN 1055-3:2006

Trennwandgewicht



3 kN/m

5 kN/m

Wanddicke

Steinrohdicht

zulässige Wandhöhe

mm

kg/dm3

m

m

50

0,6

3,75

4,50

60

1,0

2,70

4,50

95

1,0

2,00

3,34

115

0,6

2,39

3,98

115

0,8

2,02

3,36

115

1,0

1,75

2,91

Zulässige Wandhöhen bei verputzten Trennwänden: Mauerwerk mit Leicht- oder Dünnbettmörtel, Leichtputz (15 kN/m3), 2 • 15 mm

Aus den Grenzen für das auf die Wandlänge bezogene Gewicht der Trennwände einschließlich Putz lassen sich die zulässigen Wandhöhen berechnen.

Nichttragende innere Trennwände sind überwiegend aus Stoß- und Konsollasten biegebeansprucht. Deshalb wurden zunächst zulässige Trennwandlängen für Mauerwerk mit vermörtelten Stoßfugen (vm) abgeleitet. Bei vorwiegend lotrechter Lastabtragung kann auf eine Vermörtelung der Stoßfugen verzichtet werden (uvm). Dies ist bei vierseitiger Lagerung der Trennwände bei einem Wandseitenverhältnis L/H ≥ 2 und bei zweiseitig (oben und unten) gehaltenen Wänden der Fall. Die in den nachfolgenden Tabellen angegebenen maximalen Wandlängen berücksichtigen Stoß- und Konsollasten entsprechend DIN 4103-1. Nach der anzunehmenden Stoßlast werden dabei die Einbaubereiche I und II unterschieden. Bei größeren Wandlängen sind zusätzliche Aussteifungen anzuordnen. Raumhohe Zargen und Stützen können zur Aussteifung herangezogen werden.

Eine vierseitig gehaltene Wand mit Türöffnung verhält sich wie eine dreiseitig gehaltene Wand mit freiem vertikalen Rand. Die Länge der Wand wird dabei bis zur Türachse gemessen.

Bei dreiseitig gelagerten Wänden mit oberem freien Rand sollte grundsätzlich auf die Einhaltung der Bedingung L/H ≤ 2 geachtet werden. In diesen Wänden können keine Türöffnungen angeordnet werden. Bei durchgehenden Fensterbändern wird die Halterung des oberen Randes empfohlen. Diese kann z. B. durch Flachstürze oder geeignete Stahlprofile hergestellt werden. Die Trennwand kann dann als vierseitig gehalten angesehen werden.

Im Einbaubereich I ist auch die zweiseitig oben und unten gehaltene Wand ausführbar. Die Ausführungsart der Stoßfugen ist hierbei ohne Einfluss auf die Wandlänge, so dass die rationelle Ausführung mit unvermörtelten Stoßfugen angewendet werden kann. Die Schlankheit der Wand ist auf H/t ≤ 30 begrenzt. Bei Türöffnungen sind ferner die Bedingungen

L3 ≥ 2/3 • L und L3 ≥ 2/3 • H

einzuhalten.

Sollen Schlitze in Trennwänden ausgeführt werden, ist für die Festlegung der Grenzmaße die Restwanddicke (Wanddicke abzüglich Schlitztiefe) bestimmend. Der Abstand eines Schlitzes von einer Öffnung sollte mindestens 115 mm betragen. Schräge Schlitze sind zu vermeiden. Für das Aussägen oder Ausfräsen der Schlitze sind geeignete Geräte zu verwenden, die das Gefüge des Mauerwerks nicht zerstören und die die Standsicherheit der Trennwand nicht gefährden. Es wird empfohlen, den Putz im Bereich des Schlitzes auf beiden Wandoberflächen mit einer Gewebearmierung zu versehen.

Einbaubereich I

Bereiche mit geringer Menschenansammlung. Beispiele: Wohnungen, Hotel-, Büro-, Krankenräume und ähnlich genutzte Räume einschließlich der Flure. Trennwände zwischen Räumen mit einem Höhenunterschied der Fußböden < 1,00 m.

Vierseitig gehaltene Wände

Wanddicke

Stoßfuge

Wandhöhe in m

2,50

3,00

3,50

4,00

4,50

mm


maximale Wandlänge in m

50

vm

3,00

3,50

4,00

-

-

60

vm

4,00

4,50

5,00

5,50

-

95

vm

6,50

7,00

7,50

8,00

8,50

115

uvm=vm

10,00

10,00

10,00

10,00

10,00

Dreiseitig gehaltene Wände, ein freier vertikaler Rand

Wanddicke

Stoßfuge

Wandhöhe in m

2,50

3,00

3,50

4,00

4,50

mm


maximale Wandlänge in m

50

vm

1,50

1,75

2,00

-

-

60

vm

2,00

2,25

2,50

2,75

-

95

vm

3,25

3,50

3,75

4,00

4,25

115

vm

5,00

5,00

5,00

5,00

5,00

uvm

2,50

2,50

2,50

2,50

2,50

Dreiseitig gehaltene Wände, oberer Rand nicht gehalten

Wanddicke

Stoßfuge

Wandhöhe in m

2,00

2,25

2,50

3,00

3,50

4,00

4,50

mm


maximale Wandlänge in m

50

vm

3,00

3,50

4,00

5,00

6,00

-

-

60

vm

5,00

5,50

6,00

7,00

8,00

9,00

-

95

vm

8,00

8,75

9,50

11,00

11,00

12,00

12,00

115

vm

8,00

9,00

10,00

12,00

12,00

12,00

12,00

uvm

4,00

4,50

5,00

6,00

6,00

6,00

6,00

Zweiseitig, oben und unten gehaltene Wände

Wanddicke

Stoßfuge

max. Wandhöhe

mm

-

m

50

vm

1,50

60

vm

1,80

95

vm

2,85

115

uvm=vm

3,45

 

Einbaubereich II

Bereiche mit größeren Menschenansammlungen. Beispiele: größere Versammlungsräume, Schulräume, Hörsäle, Ausstellungs- und Verkaufsräume und ähnlich genutzte Räume. Trennwände zwischen Räumen mit einem Höhenunterschied der Fußböden ≥ 1,00 m.

Vierseitig gehaltene Wände

Wanddicke

Stoßfuge

Wandhöhe in m

2,50

3,00

3,50

4,00

4,50

mm


maximale Wandlänge in m

50

vm

1,50

2,00

2,50

-

-

60

vm

2,50

3,00

3,50

-

-

95

vm

4,25

4,75

5,25

5,75

6,25

115

vm

6,00

6,50

7,00

7,50

8,00

uvm

3,00

3,25

3,50

6,75

4,00

Dreiseitig gehaltene Wände, ein freier vertikaler Rand

Wanddicke

Stoßfuge

Wandhöhe in m

2,50

3,00

3,50

4,00

4,50

mm


maximale Wandlänge in m

50

vm

0,75

1,00

1,25

-

-

60

vm

1,25

1,50

1,75

-

-

95

vm

2,12

2,37

2,62

2,87

6,12

115

vm

3,00

3,23

3,50

3,75

4,00

uvm

1,50

1,62

1,75

1,88

2,00

Dreiseitig gehaltene Wände, oberer Rand nicht gehalten

Wanddicke

Stoßfuge

Wandhöhe in m

2,00

2,25

2,50

3,00

3,50

4,00

4,50

mm


maximale Wandlänge in m

50

vm

1,50

2,00

2,50

-

-

-

-

60

vm

2,50

2,50

3,00

3,50

4,00

-

-

95

vm

4,50

4,50

5,50

6,50

7,50

8,50

9,50

115

vm

6,00

6,00

7,00

8,00

9,00

10,00

10,00

uvm

3,00

3,00

3,50

4,00

4,50

5,00

5,00

Beim Bauen im Bestand sind die in den ersten Jahren nach Rohbauherstellung zu erwartenden unterschiedlichen Verformungen der kraftschlüssig miteinander verbundenen Bauteile (Wände und Geschossdecken) in der Regel längst abgeklungen. Die umfangreichen Hinweise zur Vermeidung von Rissschäden in den Trennwänden von Neubauten können deshalb außen vor gelassen werden.

Es ist aber zu berücksichtigen, dass eine nachträglich eingebaute Trennwand selber von der Baufeuchte auf die Gleichgewichtsfeuchte austrocknet und sich damit geringfügig verkürzt. Aus diesem Grund sollte die Wandlänge nicht die zweifache Wandhöhe überschreiten. Ferner sollten die vertikalen Wandränder elastisch angeschlossen und verfugt sowie die horizontalen Wandränder zwängungsfrei gelagert werden. Beispiele für die Ausbildung der Wandränder zeigen die folgenden Bilder.

In der Praxis wird der Deckenanschluss in der Regel durch Vermörteln hergestellt. Dies ist beim Bauen im Bestand eher möglich als bei Neubauten, da keine Zwängungen aus Deckendurchbiegungen und dadurch verursachte Risse mehr zu erwarten sind.

Sofern an die Trennwände Anforderungen an den Brandschutz gestellt werden, muss die eingebaute Dämmschicht nichtbrennbar (Baustoffklasse A) sein, eine Rohdichte von mindestens 30 kg/m³ aufweisen und die Schmelztemperatur muss über 1000 °C liegen. Die Dämmung reduziert gleichzeitig die Flankenübertragung bei Anforderungen an den Schallschutz.

Einbaubereich I vierseitig gehaltene Wand mit Türöffnung (MK2007 S. 248; Großbuchstaben!)
Einbaubereich I vierseitig gehaltene Wand mit Türöffnung (MK2007 S. 248; Großbuchstaben!)
Einbaubereich I zweiseitig oben und unten gehaltene Wand (MK2007 S. 248; Großbuchstaben!)
Einbaubereich I zweiseitig oben und unten gehaltene Wand (MK2007 S. 248; Großbuchstaben!)
Verarbeitung
Verarbeitung
Seitliche Wandanschlüsse
Seitliche Wandanschlüsse
Wandfuß-Anschluss
Wandfuß-Anschluss
Verbundestrich auch mit Bitu-Bahn am Wandfuß
Verbundestrich auch mit Bitu-Bahn am Wandfuß
Beispiele von Winkelblechen für bewegliche Anschlüsse
Beispiele von Winkelblechen für bewegliche Anschlüsse


Deckenanschluss
Deckenanschluss

4.2 Fachwerkausmauerungen

Zur Ausfachung von Fachwerk sind Leichtbetonsteine in besonderem Maße geeignet. Davon zeugen zahlreiche gebaute Beispiele in Eifel, Hunsrück und Westerwald, wo das Mauerwerk auch unverputzt in diesem rauen Klima Jahrzehnte schadenfrei überstanden hat. Früher war es üblich, Dreikantleisten auf dem Holz zu befestigen und die Steine entsprechend auszukeilen. Dies wird heute manchmal auch noch aus denkmalpflegerischen Gründen gewünscht. Rationeller werden Winkelbleche am Holz befestigt und in der Lagerfuge vermörtelt.

Ausfachungen aus Leichtbetonsteinen sind ein tragfähiger Untergrund für Innen- oder Außendämmung bei der energetischen Sanierung der Gebäude. Wegen der kleinflächigen Gefache und der leichten Bearbeitbarkeit der Steine wird üblicherweise das Format 2 DF verwendet.

Winkelbleche für starre Anschlüsse
Winkelbleche für starre Anschlüsse

4.3 KLB-Deko

KLB-Deko-Steine können nach den Konstruktionsprinzipien der Normen

  • DIN 18515-1 „Außenwandbekleidungen; Angemörtelte Fliesen oder Platten“,
  • DIN 18515-2 „Außenwandbekleidungen; Anmauerungen auf Aufstandsflächen“

verarbeitet werden. Die Entscheidung für ein Prinzip hängt von den baulichen Gegebenheiten ab. Wichtig ist, dass jedes der Prinzipien für sich konsequent eingehalten wird. Ein Austauschen einzelner Details führt erfahrungsgemäß zu Mängeln oder Schäden.

Nach DIN 18515-1 ist eine untere Aufstandsfläche nicht erforderlich. Bei der ausschließlichen raumseitigen Bekleidung mit KLB-Deko-Steinen sind die der Norm zugrunde liegenden hohen Beanspruchungen aus Witterung nicht vorhanden.

Die Bekleidungsstoffe sind in ihrer Fläche (≤ 0,12 m²), Seitenlänge (≤ 0,40 m) und Dicke (≤ 0,015 m) begrenzt und zeichnen sich durch ein dichtes Gefüge aus. Um eine ausreichende Haftung zwischen Bekleidung und Ansetzmörtel zu erhalten, wird bei Verlegung im Dickbett (d = 15 mm) deshalb Zementmörtel erforderlich. Dieser zeichnet sich durch eine hohe Schwindneigung aus. Durch den Ansetzmörtel wird jede Fliese bzw. Platte für sich befestigt, eine Scheibenwirkung innerhalb der Bekleidungsschicht ist nicht vorhanden. Diese entsteht jedoch indirekt durch die Ansetzmörtelschicht, weshalb Bewegungsfugen in bestimmten Abständen innerhalb der Bekleidungsschicht erforderlich werden.

Die Anforderungen an Fläche (maximal 0,09 m²) und Seitenlänge (maximal 36,5 cm) werden durch die KLB-Deko-Steine eingehalten. Mit einer Dicke von 5 cm übersteigen sie zwar die zulässige Dicke von 1,5 cm, entsprechen aber stets einem Flächengewicht der Fliesen und Platten von 30 kg/m².

Die Ansetzfläche muss so beschaffen sein, dass sie das Eigengewicht der Bekleidung aufnehmen kann. Kalk- oder Gipsputze sind als Ansetzfläche ungeeignet. Die Ansetzfläche muss frei von Staub, Trennmitteln, Ausblühungen und Verunreinigungen sein.

KLB-Deko-Steine weisen aufgrund ihrer haufwerksporigen Struktur und des günstigen Wasserrückhaltevermögens eine hohe Haftscher- und Haftzugfestigkeit auf. Als Ansetzmörtel sind Fliesenansetzmörtel für das Dünn- und Mittelbettverfahren geeignet.

Eine Verfugung mittels Fugeisen kann erst vorgenommen werden, wenn der Ansetzmörtel ausreichend fest und abgetrocknet ist. Bei beheizten Räumen bzw. bei einer mittleren Temperatur von ca. + 20 °C ist dies in der Regel nach 7 Tagen der Fall. Bei niedrigeren Temperaturen ist die Wartezeit angemessen zu vergrößern, bei einer mittleren Temperatur von + 5 °C auf mindestens 28 Tage. Für den Fugmörtel eignen sich Mauermörtel der Mörtelgruppen II und IIa nach DIN 1053. Mörtelgruppe III sollte wegen der starken Schwindneigung des Mörtels nicht verwendet werden. Um ein gleichmäßiges Erscheinungsbild der Fugen zu gewährleisten empfiehlt sich die Verwendung von KLB-Deko-Fugmörtel bzw. Werktrockenmörteln.

Die Ansichtsfläche der Fugen kann weitgehend frei gestaltet werden. Wegen der fehlenden Witterungsbeanspruchungen können auch zurückgesetzte Fugen ausgeführt werden.

Das Konstruktionsprinzip nach DIN 18515-1 findet bei Bekleidungen mit KLB-Deko-Steinen bevorzugt Anwendung bei Altbauten.

Die Dicke einer Bekleidung nach DIN 18152-2 liegt zwischen 55 und 90 mm. Sie ist unmittelbar der Witterung ausgesetzt und wird durch Windsog beansprucht. Die der Norm zugrunde liegenden hohen witterungsbedingten Beanspruchungen sind bei raumseitigen Bekleidungen nicht vorhanden.

Statt der Halterung lediglich der Wandränder an den begrenzenden Bauteilen entsprechend dem Prinzip nach DIN 4103-1 wird eine in der Fläche wirkende Verankerung ausgeführt. Die auf die Bekleidung wirkenden Stoß- und Druckkräfte werden durch die Schalenfuge an den Untergrund weitergeleitet. Die Verankerung kann anfallende Zugkräfte durch angehängte Konsollasten an jeder Stelle der Bekleidung aufnehmen.

Die Bekleidung ist mit mindestens 5 Drahtanker je m² mit einem Durchmesser von 3 mm an der tragenden Wand zu befestigen. Bei raumseitigen Bekleidungen ist es nach DIN 18333 ausreichend, wenn die Drahtanker lediglich einen Korrosionsschutz aufweisen. Statt der Z-Drahtanker können auch andere Verankerungsarten angewendet werden, wenn sie in der Lage sind, eine Zugkraft von mindestens 1 kN bei einem Schlupf von höchstens 1 mm aufzunehmen.

Zusätzlich zur Verankerung in der Fläche sind an den freien Rändern (Öffnungen, Dehnungsfugen, oberer Wandrand) 3 Anker je m Rand anzuordnen. Da die Anker nur auf Zug beansprucht werden, erfolgt die Verankerung in der Bekleidung im vorderen Drittel der Bekleidungsschicht.

Die Aufstandsfläche muss in der Lage sein, die Eigenlast der Bekleidung aufzunehmen. Dies bedeutet, dass Anforderungen ähnlich wie bei einem Fundament gestellt werden müssen. Die Bekleidung wird deshalb direkt auf die Stahlbetondecke aufgesetzt. Ein schwimmender Estrich oder eine Holzbalkendecke als Aufstandsfläche sind in der Regel nicht geeignet.

Für Bekleidungen nach DIN 18515-2 ist Normalmörtel der Gruppe II oder IIa bzw. der KLB-Deko-Vormauermörtel zu verwenden. Das Konstruktionsprinzip setzt eine vollfugige Ausführung der Stoß- und Lagerfugen voraus. Deshalb ist üblicherweise Fugenglattstrich anzuwenden.

Der Schalenfuge kommt die Aufgabe zu, Stoß- und Druckkräfte von der Bekleidung auf den Untergrund weiterzuleiten. Ihre Dicke soll zwischen 15 und 25 mm liegen. Sie wird schichtweise mit plastischem Mörtel verfüllt.

4.4 Bewegungsfugen

Im Bauwerk vorhandene Dehnungsfugen müssen an gleicher Stelle in der Bekleidung übernommen werden.

  • Nach DIN 18515-1 soll der horizontale und vertikale Abstand von Feldbegrenzungsfugen 3 bis 6 m nicht überschreiten.
  • Bei Bekleidungen nach DIN 18515-2 sind Dehnungsfugen an den vertikalen Wandrändern, am oberen Wandrand sowie in der Bekleidungsfläche im Abstand L ≤ 2 • H anzuordnen.

Die Bekleidung weist eine rissüberbrückende Wirkung auf ähnlich der einer Putzschicht. Der aus Gründen der Risssicherheit empfohlene Grenzwert für das Verhältnis von Wandlänge zu -höhe sollte mit L/H ≤ 2 bei den Abmessungen eingehalten werden. Aus Gründen der Risssicherheit der Bekleidung selber ist das Überbindemaß mit ü/h ≥ 0,4 einzuhalten.

An Anschlüssen zwischen Bekleidung und Bauteilen mit anderem Verformungsverhalten (Fenster- und Türzargen, Holz-, Metall- und Kunststoffbauteile) sind dauerelastische Anschlussfugen vorzusehen. Sie sollen eine Breite von mindestens 10 mm haben. Einbauteile, wie Fenster und Türen, dürfen nicht an der Bekleidung befestigt werden. Befestigungen schwerer Gegenstände sind grundsätzlich nur im tragenden Untergrund möglich.

5 Literatur

Deutsche Gesellschaft für Mauerwerksbau e. V. (www.dgfm.de): Nichttragende innere Trennwände aus Mauerwerk; Berlin, 4. Aufl. 2008.

Reeh, H. und Schlundt, A.: Vereinfachte Bemessung von Mauerwerk nach DIN EN 1996-3; Mauerwerk-Kalender 2007, S. 227-253.