Gebäudefugen

Hinweise zum Einbau von Dehnungs- und Trennfugen
Elastisch ausgebildete Dehnungsfuge
Elastisch ausgebildete Dehnungsfuge
Schematische Darstellung von Fugenabdeckprofile
Fugenabdeckprofile

Aufgrund unterschiedlicher Verformungen des Mauerwerks (z. B. Längenänderungen) kann Mauerwerk nicht unendlich lang erstellt werden. Das heißt, wenn Risse vermieden werden sollen, sind in entsprechenden Abständen Dehnungsfugen zu planen und konstruktiv auszubilden. Als Faustformel für eine rissfreie Wandlänge gilt für tragende Wände die 3fache lichte Wandhöhe, für nichttragende Wände die zweifache lichte Wandhöhe.

Die Breite der Fugen richtet sich nach der zu erwartenden Formänderung des Bauteils und der Verformbarkeit des verwendeten Fugenverschlussmaterials. In der Regel ist das 5- bis 7fache der Längenänderung als Fugenbreite anzunehmen. In der Praxis werden Fugen zwischen 15 und 25 mm gewählt und die Fugenabstände entsprechend angepasst. Bemessung und Ausführung der Dehnungsfugen richtet sich nach der DIN 18 540.

Die Fuge bleibt mörtelfrei oder wird mit einem Mineralfaserstreifen verfüllt. Rund 40 mm vom Außenrand entfernt werden nichtwassersaugende, geschlossenzellige Schaumstoffschnüre eingedrückt und der verbleibende äußere Fugenraum mit Fugendichtmasse abgespritzt. Die gebräuchlichen Fugenverschlussmassen sind dauerelastische und dauerelastoplastische Ein- und Zweikomponentenmassen wie z. B. Silikonkautschuke, Polyurethane oder Acryldispersionen. Alle Dichtungsmassen dürfen nur bei trockener Witterung verarbeitet werden. Die Flanken der Fugen sind vorher von Mörtelresten und Staub zu säubern. Es empfiehlt sich die Fugenflächen mit systementsprechenden Primern vorzubehandeln.

Eine weitere Möglichkeit des Fugenverschlusses sind vorkomprimierte Dichtungsbänder, die in die gesamte Fuge eingelegt werden und sich gegen die Fugenflanken drücken. Zum äußeren Verschluss dieser Dichtungsbänder, aber auch für die vorerwähnten Möglichkeiten, sind Abdeckprofile geeignet, die in die Fuge eingeklemmt werden. Diese Fugenabdeckprofile werden auch bei Haustrennwänden eingesetzt und verhindern eine Schallübertragung von der einen zur anderen Wand.

Gebäudetrennfugen müssen insbesondere bei Haustrennwänden wegen des geforderten Schallschutzes eingehalten werden. Obgleich ein Ausfüllen der Fuge mit Dämmmaterial (geringer dynamischer Steife), bei Wandgewichten ≥ 200 kg/m² der Einzelschalen, entfallen kann, hat sich in der Praxis gezeigt, dass durch das Einlegen von Dämmmaterial Schallbrücken, z. B. durch Mörtel, verhindert werden können.

Außenwand mit vertikaler Trennfuge im Bereich einer Wohnungstrennwand
vertikale Trennfuge
Durchgehende Fuge bei Haustrennwänden
Durchgehende Fuge
Durchgehende Trennwandfuge bei zweischaligem Mauerwerk
Durchgehende Trennwandfuge